Rezension
- Details
- Kategorie: Rezension
- Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2011 21:14
- Geschrieben von Super User
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| Drei Haselnüsse für Aschenbrödel |
| Tschechischer Kultfilm neu bearbeitet auf DVD |
Aschenbrödel. Ein Codewort geradezu, das ein Strahlen in die Augen und ein entrücktes Lächeln auf die Lippen der Wissenden zaubert. Die Fangemeinde kann längst sämtliche Dialoge mitsprechen, wenn Aschenbrödel und ihr Prinz mit Hilfe von drei Zaubernüssen und Eule Rosalie in einer der beliebtesten Liebesgeschichten Europas agieren. In einem tschechisch-deutschen Fernseh-Wintermärchen, das seit 1973 Millionen von Zuschauern fasziniert hat. Die genialste Überbrückung für die zähen Stunden vor der Bescherung! |
| Aschenputtel, Aschenbrödel, Cinderella |
"Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht. Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht. Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht…" Na, wird es schon warm ums Herz? |
| Differenziert und emanzipiert |
Es liegt wohl ganz besonders an den beiden Hauptdarstellern des Filmes, die der Zuschauer noch nie so differenziert, lebendig und natürlich erlebt hat. Aschenbrödel, rührend dargestellt von der tschechischen Schauspielerin Libuse Safrankova ist zwar bildschön, hat jedoch weit mehr als ihr Aussehen zu bieten. Fast ist eine leise Verwandtschaft zu Pippi Langstrumpf festzustellen, wenn sie rotnasig durch den Schnee tobt, unterdrückte Knechte vor Strafen beschützt oder liebevoll ihre Tiere pflegt. Mit wehendem Haar, singend und von ihrer momentanen Freiheit beseelt, reitet sie durch den dick verschneiten Wald. Sie trägt ein Kittelkleid, eine Fellweste und dicke Strumpfhosen als sie dem Prinzen zum ersten Mal begegnet und ihn so durch Courage und Frechheit beeindruckt. Bei einer weiteren Begegnung auf einem Jagd-Wettbewerb sticht sie, als Jäger verkleidet, Prinz und Gefolgschaft durch ihre Schießkünste aus und wird "König der Jagd". Erst auf dem Ball spielt sie ihre weiblichen Trümpfe aus. Hinreißend schön verzaubert sie zunächst die Wachen vor der Eingangstür – die lassen sie sofort herein. Im Ballsaal angekommen, liegt ihr die gesamte Festgesellschaft förmlich zu Füßen. Allen voran der Prinz, der das alberne Brautschau-Spektakel – "Das ist kein Ball, das ist eine Treibjagd!" – gerade wutentbrannt verlassen wollte. Auch er gibt einen ungewöhnlichen Helden ab. Eigensinnig und verspielt widersetzt er sich den Etikette-Vorstellungen seines Vaters und verkörpert so eine ungewöhnliche Ehrenhaftigkeit. |
| Mehr als nur silbergewirktes Kleid |
Besonders bemerkenswert: Aschenbrödel strotzt nicht nur vor Aktivität – eine Eigenschaft, die ihrer Figur in anderen Fassungen so gut wie nie vergönnt ist – in dieser Verfilmung weist sie zunächst sogar den Prinzen ab, als der sie noch nicht in ihrem ganzen Wesen erfasst hat. Es genügt ihr nicht, dass der Mann, den sie selbst längst liebt, nur von ihrer Schönheit beflügelt, schon nach dem ersten Tanz die gemeinsame Zukunft verkünden und die Hochzeit ausrufen lassen will. Sie gibt ihm ihr berühmtes Rätsel auf, mit dem ihm klar werden soll, dass zu der Ballgrazie auch noch das Mädchen im Kittelkleid und die geschickte Jägerin gehören.
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| Quelle: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/denkmal/internet/41189/ |
| 24. Dezember 2002 / DENKmal, Nina Karsten |
| 3sat / DENKmal |


Aschenbrödel. Ein Codewort geradezu, das ein Strahlen in die Augen und ein entrücktes Lächeln auf die Lippen der Wissenden zaubert. Die Fangemeinde kann längst sämtliche Dialoge mitsprechen, wenn Aschenbrödel und ihr Prinz mit Hilfe von drei Zaubernüssen und Eule Rosalie in einer der beliebtesten Liebesgeschichten Europas agieren. In einem tschechisch-deutschen Fernseh-Wintermärchen, das seit 1973 Millionen von Zuschauern fasziniert hat. Die genialste Überbrückung für die zähen Stunden vor der Bescherung!
Es liegt wohl ganz besonders an den beiden Hauptdarstellern des Filmes, die der Zuschauer noch nie so differenziert, lebendig und natürlich erlebt hat. Aschenbrödel, rührend dargestellt von der tschechischen Schauspielerin Libuse Safrankova ist zwar bildschön, hat jedoch weit mehr als ihr Aussehen zu bieten. Fast ist eine leise Verwandtschaft zu Pippi Langstrumpf festzustellen, wenn sie rotnasig durch den Schnee tobt, unterdrückte Knechte vor Strafen beschützt oder liebevoll ihre Tiere pflegt.